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Schiffshavarie Hausen 2010

19.09.2010 00:15 von klaus.kissler (Kommentare: 0)

Schiffshavarie Hausen 2010
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Havarie eines Hotelschiffes

HAUSEN, LKR. FORCHHEIM 19.Sept.2010 00:15Uhr

Bei einer nächtlichen Schleusung im MD-Kanal kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall, als ein 135m langes Kreuzfahrtschiff mit dem Bug unter das obere Schleusentor geriet, und sich dort verkeilte. Durch den starken Anprall stürzten einige Passagiere an Bord und erlitten Verletzungen. Ein 67-jähriger fiel beim Versuch das Schiff zu verlassen in die Schleusenkammer und wurde von der Besatzung wieder an Bord gebracht. Da das Schiff (11,40m breit) in der 12m breiten Kammer lag war es für Notarzt und Rettungsdienst nicht möglich an Bord zu gelangen und die SEG der Wasserwacht sowie die SEG- Betreuung der Bereitschaft Forchheim wurden nachalarmiert. Der 91/1 befand sich gerade auf der Rückfahrt von der Jubiläumsfeier des WW- Stützpunktes Kirchehrenbach als der Alarm einging, und konnte direkt nach Hausen weiterfahren, während der 91/2 an der Wache weitere Helfer aufnahm. Als die Wasserretter am Einsatzort ankamen hatten bereits einige Passagiere, meist in Schlafanzügen und Decken, über die Notleitern das Schiff, bzw die Schleusenkammer verlassen und wurden von der Feuerwehr Hausen betreut. Zur Sichtung und Erstversorgung der Patienten kletterten Wasserretter der SEG über die in der Schleusenwand eingelassenen Leitern ca. 10m nach unten auf das Schiff und und führten eine Sichtung der Verletzten durch. Sie informierten über Funk den Einsatzleiter Rettungsdienst über Anzahl und Art der Verletzungen. Hier wurde klar, das es mehrere Transporte ins Klinikum geben wird, weshalb ein weiterer RTW hinzubeordert wurde. Der Einsatzleiter Rettungsdienst beauftragte die Leitstelle eine Bettenkapazitätsabfrage in den umliegenden Krankenhäusern durchzuführen, sowie eine Gebietsabsicherung für den Landkreis Forchheim zu sicherzustellen, da mittlerweile alle verfügbaren Rettungswagen an der Schleuse eingesetzt waren. Durch die schnelle Reaktion des Schleusenpersonales, das sofort den Hebevorgang abbrach wurde Schlimmeres verhindert, so dass das Schiff nach Leerung der Kammer die Schleuse rückwärts wieder verlassen konnte. Dieser Vorgang dauerte ca. 45 Min. Nachdem das Schiff im Unterwasser gesichert war, konnten Notarzt und Landrettungsdienst an Bord die Patienten übernehmen. Mit gemischten Teams aus WW und Rettungsdienst wurden die 8 Verletzten vom Schiff gebracht, und die ca. 60 Passagiere, die das Schiff verlassen hatten konnten wieder zurück an Bord, wo sie mit Heißgetränken versorgt wurden.

Auf dem Schiff befanden sich 161 Passagiere aus Kanada, USA und Australien sowie 41 Besatzungsmitglieder. Insgesamt acht Verletzte (davon einer schwer) wurden vom Rettungsdienst ins Klinikum Forchheim verbracht, für die Begleitpersonen stellte die WW einen Bustransfer. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Land- und Wasserrettungsdienst, sowie der Besatzung des havarierten Schiffes klappte vorbildlich, so dass der Einsatz gegen 3:00Uhr beendet werden konnte.

Das havarierte Schiff konnte nach eingehenden Untersuchungen und Reparaturen nach 2 Tagen seine Reise in Richtung Schwarzes Meer fortsetzen.

Anwesende Einsatzkräfte:

Feuerwehr Hausen,

Einsatzleiter- Rettungsdienst,

Einsatzleiter- Wasserrettungsdienst,

3 Rettungswagen,

1 Notarzt,

SEG- WW- FO mit: 91/1 / 91/2 / 10/1 (insg. 18 Helfer)

SEG- Betreuung der Bereitschaft Forchheim (auf Standby an der Wache)

sowie Polizei und Wasserschutzpolizei.

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